Projekte für die Thüringer Wald Ziege

Gefährdete Rassen werden in erster Linie durch engagierte Züchter und Halter erhalten, ohne sie geht gar nichts. Unterstützt werden sie dabei von verschiedenen Seiten wie den betreuenden Zuchtverbänden, der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.) sowie den Menschen, die ihre Produkte kaufen und konsumieren ganz nach dem Motto „Erhalten durch Nutzen“.
Dieses System funktioniert seit vielen Jahren, an diversen Stellen mangelt es jedoch an finanziellen Möglichkeiten, um sich einer Rasse in besonderer Weise zu widmen bzw. wichtige zusätzliche Erhaltungsmaßnahmen durchführen zu können.

Eine Möglichkeit, die in 2005 ins Leben gerufen wurde, sind die Modell- und Demonstrationvorhaben. Die Förderrichtlinie aus dem BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) ermöglicht einen finanziellen Rahmen für Projekte im Bereich Biologische Vielfalt. Als Projektträger bewilligt und betreut die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) die Modellvorhaben aus einem breiten Spektrum der Agrarbiodiversität, vom landwirtschaftlichen Nutztieren und Pflanzen bis hin zu Wald, jagdbaren Arten und Aquakultursystemen.

Auch unsere Rasse kam in den Genuss der Förderung über die Modellvorhaben. Vielfältige Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Rasse konnten und können in diesem Rahmen umgesetzt werden. Informieren Sie sich nachfolgend über die Projekte und unsere Aktivitäten, die sicherlich zum Aufwärtstrend und der Sicherung der Rasse beigetragen haben. Bitte klicken Sie hierzu jeweils auf die roten Balken.

Förderung und nachhaltige Nutzung der Population der Thüringer Wald Ziege (LTZ)

Am 1. September 2006 startete das Modellprojekt "Förderung und nachhaltige Nutzung der Thüringer Wald Ziege", das bis zum 31.12.2010 wichtige Maßnahmen für die Zucht der Thüringer Wald Ziege ermöglichte. Das Projekt des Landesverbandes Thüringer Ziegenzüchter e.V. wurde aus Mitteln des BMELV (Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz) gefördert, Projektträger war dabei die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).  In Kooperation mit der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) konnten über gut drei Jahre wichtige Meilensteine für die Rasse erreicht werden.

Nachfolgend finden Sie eine Kurzdarstellung der druchgeführten Projektmaßnahmen, das Infoblatt zum Projekt (2006) sowie einen ausführlichen Auszug des Abschlussberichts.


Bundesweite Zuchttier-Datenbank

  • Vernetzung der Herdbuchdaten der Landesziegenzuchtverbände in einer zentralen Zuchttier-Datenbank
  • Zugang für Züchter und Zuchtverbände zu den bundesweiten Tierdaten über das Internet


Rassespezifisches Tierbeurteilungssystem

  • Entwicklung eines linearen Beschreibungssystems für die Thüringer Wald Ziege
  • Ergänzung der Zuchttier-Datenbank mit den Exterieurdaten


Anpaarungsoptimierung

  • Optimierung der Anpaarungsberatung für Züchter
  • Verbesserung der betrieblichen Zuchtplanung durch Datenzugang durch die Züchter

Kryokonservierungsmaßnahme

  • Identifizierung bedeutender Böcke der Population
  • Einlagerung von Tiefgefriersperma als genetische Reserve und für die aktive Zuchtpopulation


Milchqualität

  • Untersuchungen zu Milchproteinen (Käsereitauglichkeit, Allergiker)


Einrichtung einer Rassearbeitsgruppe

  • zur Unterstützung des Projekts bei der länderübergreifenden Vernetzung


Internetplattform (www.thueringerwaldziege.de)

  • Öffentlichkeitsarbeit für die Besonderheiten der TWZ zur Förderung ihrer Verbreitung
  • Darstellung der Ergebnisse des Modellprojekts
  • Veröffentlichung wichtiger zuchtrelevante Informationen

 

Projektplanung aus 2006 (Infoblatt)

Abschlussbericht des Modellvorhabens aus 2010 (Auszug)

Infrastrukturaufbau für die bundesweite Zucht bestandsgefährdeter Nutztierrassen (GEH)

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) führt von Oktober 2010 bis September 2013 das Modell- und Demonstrationsvorhaben „Infrastrukturaufbau für die bundesweite Zucht bestandsgefährdeter Nutztierrassen“ durch. Innerhalb des Projektes möchte die GEH gemeinsam mit Züchtern, Zuchtorganisationen und anderen Akteuren für zehn ausgewählte Rassen verschiedene Maßnahmen im Bereich der Optimierung der bundesweiten Erhaltungszucht und Nutzung durchführen. Das Projekt wird gefördert vom BMELV, Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Die ausgewählten Rassen sind das Ansbach-Triesdorfer Rind, das Angler Rind alter Zuchtrichtung, die Thüringer Wald Ziege, das Alpine Steinschaf, das Bentheimer Landschaf, das Walachenschaf, das Wollschwein, das Meißner Widderkaninchen, das Sachsenhuhn und das Vorwerkhuhn. Anhand dieser Rassen sollen verschiedene Maßnahmen wie die bundesweite bzw. internationale Vernetzung der Zucht, Feststellung von Leistungseigenschaften (Landschaftspflegeleistung, Wolleigentschaften etc. ), Erarbeitung von rasseangepassten Erhaltungszuchtprogrammen und Aufbau von Zuchtbüchern, wo keine vorhanden sind.

Infoblatt zum GEH-Modellvorhaben (pdf)

 

Für die Thüringer Wald Ziege sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Weiterführung und Ausbau der Rassearbeitsgruppe TWZ Aktiv, aktive Einbindung der Gruppe in das Zuchtgeschehen
  • Nutzung der Ergebnisse des TWZ-Modellvorhabens 2006-2010 mit Weiterführung der bundesweiten Zuchttierdatenbank, Anwendung der Linearen Beschreibung und Weiterentwicklung der Homepage
  • Wissenstransfer im Rahmen von Schulungen und Workshops
  • Entwicklung eines rasseangepassten Erhaltungszuchtprogrammes
Stand und Aktuelle Ergebnisse im GEH-Zuchtprojekt zur TWZ

Zuchttierdatenbank ChromoSoft

Als erste Maßnahme wurde in 2011 wieder die Zuchttierdatenbank Chromosoft aktualisiert. Fast alle Zuchtverbände stellten ihre Daten zur Verfügung und viele Züchter melden regelmäßig aktuelle Bestandsänderungen.

Die Zuchttierdatenbank ChromoSoft des Landesverbandes Thüringer Ziegenzüchter e.V. wird bis auf weiteres fortgeführt, in enger Zusammenarbeit von LTZ und GEH. Das Programm beinhaltet umfangreiche Hilfen für die praktische Zucht, die den Züchtern weiter zu Verfügung gestellt werden sollen. Die Möglichkeiten von ChromoSoft sind speziell auf die Gegebenheiten kleiner Populationen ausgerichtet. ChromoSoft stellt ein ergänzendes Arbeitsinstrument zu den vorhandenen Herdbüchern mit umfangreichen züchterischen Planungshilfen für die praktische Zucht dar. Mit einer regelmäßigen Aktualisierung der Herdbuchdaten in ChromoSoft wird eine sinnvolle und kostengünstige Lösung weitergeführt, da eine bundesweit vernetzte Herdbuchführung auf Verbandsebene mittelfristig nicht absehbar ist.

Konstitution eines Rassebeirats für die Thüringer Wald Ziege

Am 03.06.2012 fand das jährliche Treffen der Rassearbeitsgruppe „TWZ-aktiv“ statt. Schwerpunkt war vor allem das Thema eines engeren Zusammenschlusses der Gruppe sowie die Aufteilung verschiedener Arbeiten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Zuchttierdatenbank.

Der Landesverband Thüringer Ziegenzüchter e.V. als Zuchtverband ist bereit, sich stärker in der bundesweiten Vernetzung zu engagieren und stellt sich zur Verfügung, einen bundesweiten Rassebeirat unter seinem Dach zu betreuen. Der neue Rassebeirat setzt sich aus erfahrenen Züchtern, Vertretern von Zuchtverbänden, der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. und der Wissenschaft zusammen.

Inzwischen wurde der Rassebeirat von BDZ anerkannt und stellt ein offizielles Gremium dar. Die letzte Sitzung fand am 16. Juni 2013 in Kassel statt.

 

Information und Öffentlichkeitsarbeit

Im Juli 2011 und März 2012 wurden alle Züchter in einem Rundschreiben ausführlich über das Projekt und  die aktuellen Maßnahmen informiert. Ebenfalls im März 2012 wurde die Internetseite www.thueringerwaldziege.de in modernisiert und aktualisiert. Im Rahmen des Hessentags im Juni 2013 wurden im Rahmen einer Präsentation des Projekts auch einige Ziegen vorgestellt und das jährliche Rassebeiratstreffen fand statt. Ein weiteres Rundschreiben ist für Ende 2013 geplant.

 

Unterstützung des Ziegen-Montoring des BDZ (Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter)

Im Rahmen des Monitorings des BDZ wurde dem BDZ die Überführung der Daten aus der Zuchttierdatenbank in OviCap angeboten. Leider wurde unsere bereinigte Datenbasis jedoch nicht übernommen. Die Bereinigung erfolgte erneut durch die Zuarbeit der Ziegenzuchtverbände unter Koordination des Landesverbandes Thüringer Ziegenzüchter e.V., die durch die Mitarbeit der GEH unterstützt wurde. Allerdings konnte der sehr hohe Bereinigungsstand von ChromoSoft vermutlich nicht wieder erreicht werden, da der zeitliche Bereinigungsaufwand je Rasse wesentlich geringer war und auch historische Daten nicht mit eingeflossen sind.

Das Monitoring wurde im Herbst 2012 abgeschlossen. Die Ergebnisse, die aufgrund einer unzureichenden Datenbasis bzw. nicht für kleine Populationen geeigneter Berechnungsweisen nicht alle verwertbar sind (z.B. Inzuchtwerte), befinden sich noch in der Diskussion.

 

Neue Populationsanalyse der TWZ

Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde die Population der Thüringer Wald Ziege in 2013 an der Universität Kassel von Paul Döge analysiert. Eine interessante Reihe entsteht dadurch: zwei Analysen fanden im Rahmen von Diplomarbeiten 1993 (Karola Stier) und 2003 (Nina Hesse) statt, sodass im Rhythmus von jeweils 10 Jahren die Daten verglichen werden können. Die Vergleichbarkeit ist durch die Nutzung der gleichen Datenbasis gegeben, die selbstverständlich über die Jahre weiter ergänzt und bereinigt wurde (Optimate und Chromosoft).

Spenden für TWZ-Erhaltungsmaßnahmen

Möchten Sie unsere Arbeit unterstützen ?

Wir freuen uns, wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt.

Bislang wurden im Rahmen der BLE-Modellvorhaben viele Maßnahmen gefördert. Allerdings ist dies nur auf bestimmte Maßnahmen begrenzt und die Förderdauer endet im Herbst 2013. Danach werden wir finanziell wieder allein auf uns gestellt sein.

Der Landesverband Thüringer Ziegnzüchter e.V. (LTZ) kann aus seinen Mitteln nur sehr begrenzt bundesweite Maßnahmen fördern. Und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) arbeitet in diesem Bereich rein ehrenamtlich. Trotzdem der ehrenamtlich eingebrachten Zeit unserer aktiven Mitstreiter werden wir doch auch Geld benötigen, um unseren Erfolgskurs weiter fortzusetzen.

Wir freuen uns daher sehr über Ihre finanzielle Unterstützung. Vielleicht schaffen wir es, schon jetzt ein kleines Polster aufzubauen, um die Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit, Züchtervernetzung und Beratung mit Betriebsbesuchen, Nutzungsgebühren für die Zuchttierdatenbank etc. weiter leisten zu können. Die Verwendung der Spenden wird gemeinsam im Rassebeirat diskutiert und beschlossen.

Zweckgebundene Spenden (Stichwort: Spende für Thüringer Wald Ziege) können Sie zu diesem Zweck auf das Spendenkonto der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen überweisen. Die GEH ist als gemeinnützig anerkannt, für Spenden ab 50 € erhalten Sie eine Spendenbescheinigung (für Spenden unter 50€ genügt der Kontoauszug als Nachweis für das Finanzamt).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihre Spende zu leisten: HIER kommen Sie auf die GEH-Spendenseite.

Dort einfach die gewünschte Zahlungsart wählen - und den Verwendungszweck (Stichwort) nicht vergessen.

Herzlichen Dank !